ADAC wird sturmreif geschossen

Nach dem Skandal um die gefälschte Abstimmung zum Publikumspreis „Gelber Engel“ erleben wir gerade in Echtzeit, wie die gesammelte Medienmacht der einschlägigen Investigativmagazine schwere Geschütze gegen den ADAC in Stellung bringt. Heute berichten Stern.de und Spiegel Online, über von Vereinspräsident Peter Meyer dienstlich genutzte Rettungshubschrauber. Auch die Frage des Abrechnungsbetruges für die Hubschraubereinsätze steht dabei im Raum.

ADAC-Hubschrauber im EInsatz

ADAC-Hubschrauber im Einsatz

Damit hat der ADAC die Stufe Drei der klassischen Kommunikationskrise erreicht. Nach dem Leugnen der ersten Vorfälle inklusive Beschimpfung der Medien und dem anschließenden Eingeständnis mit Entschuldigung folgen nun das Nachdrehen und die tiefergehende Recherche. Das weckt Erinnerungen an den Fall Christian Wulff.

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Der Gefallene Engel – die Angst des ADAC vor dem Crash-Test

Nachdem der Skandal um die gefälschte Abstimmung zum „Gelben Engel“ den ADAC in seine bisher schwerste Vertrauenskrise geführt hat, ist in der Club-Zentrale an der Münchner Hansastraße nun Zeit für einen ersten Blick nach vorn.

Besonders interessant ist dabei die Frage nach der Zukunft des Preises selbst. Während ADAC-Geschäftsführer Karl Obermair im Interview mit Spiegel Online noch zurückhaltend bleibt („Momentan steht alles auf dem Prüfstand.“) findet ADAC-Präsident Peter Meyer bereits deutlichere Worte. Gegenüber dem Branchenblatt Automobilwoche erklärte er den Preis zum Totalschaden, der keine Zukunft hat. Das ist schade.

ADAC Gelber Engel bei erster Hilfe (1950er-Jahre).

ADAC Gelber Engel bei erster Hilfe (1950er-Jahre).

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Die ärgerlichen 72 Stunden – der ADAC in der Wurstfalle

Im Interview mit Spiegel Online nimmt ADAC-Geschäftsführer Karl Obermair Stellung zu den Vorwürfen rund um den Gelber-Engel-Skandal. Die Antworten sind natürlich erkennbar mit der Unternehmenskommunikation und der Rechtsabteilung abgestimmt und vorformuliert. Das ist auch nachvollziehbar. Immerhin kämpft der Verein um seine Glaubwürdigkeit. Da muss jedes Wort sitzen.

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Aufruf zur Elefantenjagd – die Schonzeit ist vorbei

Im Englischen gibt es ein schönes Sprachbild für ein Tabu im Geschäftsleben – man spricht dort auch vom „elephant in the room“. Der Elefant steht für ein Problem, das jeder im Raum sehr gut sehen kann, über das aber niemand zu sprechen wagt. Das kann das festgefahrene Projekt sein, das seit Jahren Verlust macht, aber nicht beendet werden darf, weil die Reputation des Geschäftsführers daran hängt. Das kann die drohende Übernahme durch einen Wettbewerber sein, zu der es keine Abwehrstrategie gibt. Das kann aber auch ein Unternehmensskandal aus der Vergangenheit sein, der nie richtig aufgearbeitet wurde.

Der Elefant steht mitten im Raum. Jeder sieht ihn. Er nimmt allen anderen den Platz zum Arbeiten und die Luft zum Atmen. Doch keiner traut sich, auf den Elefanten zu zeigen und zu rufen: „Weg damit“.

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