„Endlich ist er weg“ – Von der Freude am Rücktritt

Wie angekündigt, will ich mich an dieser Stelle tiefergehend mit dem Thema „Rücktritt“ befassen. Im Beitrag „Journalisten in der Krisenkommunikation“ hatte ich bereits gezeigt, dass gerade Medienvertreter oft schlecht zurücktreten und loslassen können. Dafür sind sie gute Beobachter, was die Rücktritte anderer betrifft.

Ein Rücktritt ist in der Regel der unschöne Höhepunkte in der Krise und zieht das mitunter bereits abschwellende mediale Interesse noch einmal in unerwünschte Höhen (siehe ADAC). Meist steht der Rücktritt am Ende einer Kette von Verfehlungen und die Medien haben durch deren Aufdeckung gezielt auf den Führungswechsel hingearbeitet. Einen Vorstand oder Minister „erlegt“ zu haben – das schmückt die Trophäengalerie eines Enthüllungsjournalisten und trägt zum Renommee des Mediums bei, für das er schreibt. Die BILD-Zeitung wollte mit dem von ihr maßgeblich mit vorangetriebenen Rücktritt von Alt-Bundespräsident Christian Wulff auch Unabhängigkeit gegenüber der Regierungspartei CDU demonstrieren. Mittlerweile geriert sich die Zeitung sogar als APO.

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