Die Krisenkommunikation des ADAC im Schnell-Check

Die Situation:

Aktuell erlebt der ADAC ein ungewohntes Szenario. Bisher verlief die Außenkommunikation von Deutschlands größtem Verein bis auf wenige Ausnahmen krisenfrei:  2011 hatte die Süddeutsche Zeitung über Wanzen beim ADAC berichtet. 2013 hatte Club-Präsident Peter Meyer mit seiner Forderung, lieber die Mineralölsteuer als die KFZ-Steuer zu erhöhen einen kleinen Shitstorm ausgelöst und sich eine unschöne Fan-Seite auf Facebook eingefangen.

Gelber Engel - die ADAC-Trophäe verliert an Wert

Gelber Engel – die ADAC-Trophäe verliert an Wert

Zugelernt hat der Automobilclub bei den Themen Umweltschutz und Nachhaltigkeit und ist dabei von früheren Extrem-Positionen („alle Alleebäume abholzen“) abgerückt. Damit konnte der ADAC gerade beim jüngeren, großstädtischen Publikum Terrain zurückgewinnen.

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Prokon – (Alp)Traumanlage für eine bessere Welt?

Eine sichere Geldanlage, die überdurchschnittlich verzinst wird – noch dazu von einem Unternehmen, das sich den Umweltschutz, die Energiewende und die Schaffung von Arbeitsplätzen in einer strukturschwachen Region auf die Agenda geschrieben hat. Dazu niedrige Vorstandsgehälter und Dacia als Dienstwagen. Das Ganze auch noch finanziert von vielen tausend Anlegern anstatt von jenen Bankern, die seit der Finanzkrise einen schlechten Ruf bei vielen Bundesbürgern haben. Zu schön um wahr zu sein?

Vor dieser Frage stehen gerade die Besitzer jener Genussscheine, von denen wahrscheinlich der Fortbestand der Itzehoer Prokon-Unternehmensgruppe abhängt (rund 1300 Mitarbeiter, Betreiber von rund gut 50 Windparks). Das Unternehmen hatte seinen Anlegern eine Verzinsung ihrer Anlagen mit mindestens 6 Prozent per annum garantiert – zuzüglich eines variablen Aufschlages. Im Gegenzug gab es für die Anleger nicht wie sonst üblich Aktien, sondern sogenannte Genussscheine. Das ist eine Anlageform, bei der der Geldgeber keinen Anteil am eigentlichen Unternehmen erwirbt und im Unterschied zum Aktionär weniger Informationsrechte und keine Stimmrechte besitzt. Außerdem werden Genussscheine im Insolvenzfall nachrangig entschädigt, also erst nach anderen Anlegern, Banken, Mitarbeitern und Lieferanten.

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Aufruf zur Elefantenjagd – die Schonzeit ist vorbei

Im Englischen gibt es ein schönes Sprachbild für ein Tabu im Geschäftsleben – man spricht dort auch vom „elephant in the room“. Der Elefant steht für ein Problem, das jeder im Raum sehr gut sehen kann, über das aber niemand zu sprechen wagt. Das kann das festgefahrene Projekt sein, das seit Jahren Verlust macht, aber nicht beendet werden darf, weil die Reputation des Geschäftsführers daran hängt. Das kann die drohende Übernahme durch einen Wettbewerber sein, zu der es keine Abwehrstrategie gibt. Das kann aber auch ein Unternehmensskandal aus der Vergangenheit sein, der nie richtig aufgearbeitet wurde.

Der Elefant steht mitten im Raum. Jeder sieht ihn. Er nimmt allen anderen den Platz zum Arbeiten und die Luft zum Atmen. Doch keiner traut sich, auf den Elefanten zu zeigen und zu rufen: „Weg damit“.

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