Prokon – (Alp)Traumanlage für eine bessere Welt?

Eine sichere Geldanlage, die überdurchschnittlich verzinst wird – noch dazu von einem Unternehmen, das sich den Umweltschutz, die Energiewende und die Schaffung von Arbeitsplätzen in einer strukturschwachen Region auf die Agenda geschrieben hat. Dazu niedrige Vorstandsgehälter und Dacia als Dienstwagen. Das Ganze auch noch finanziert von vielen tausend Anlegern anstatt von jenen Bankern, die seit der Finanzkrise einen schlechten Ruf bei vielen Bundesbürgern haben. Zu schön um wahr zu sein?

Vor dieser Frage stehen gerade die Besitzer jener Genussscheine, von denen wahrscheinlich der Fortbestand der Itzehoer Prokon-Unternehmensgruppe abhängt (rund 1300 Mitarbeiter, Betreiber von rund gut 50 Windparks). Das Unternehmen hatte seinen Anlegern eine Verzinsung ihrer Anlagen mit mindestens 6 Prozent per annum garantiert – zuzüglich eines variablen Aufschlages. Im Gegenzug gab es für die Anleger nicht wie sonst üblich Aktien, sondern sogenannte Genussscheine. Das ist eine Anlageform, bei der der Geldgeber keinen Anteil am eigentlichen Unternehmen erwirbt und im Unterschied zum Aktionär weniger Informationsrechte und keine Stimmrechte besitzt. Außerdem werden Genussscheine im Insolvenzfall nachrangig entschädigt, also erst nach anderen Anlegern, Banken, Mitarbeitern und Lieferanten.

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