ADAC: wieder glücklich im Google-Tief angelangt

Heute möchte ich den ADAC-Skandal mal von einer anderen Seite beleuchten. Die Diagnose-Tools von Google machen es möglich: Google Trends liefert die relative Häufigkeit von Suchanfragen zu ausgewählten Begriffen. Auf Wunsch tagesgenau.

Betrachten wir die Anfragen von Google-Nutzern zum Suchbegriff „ADAC“ über die letzten 90 Tage: Wie der nachfolgende Graph zeigt, war das Interesse an diesem Suchbegriff zum Jahresende 2013 recht gleichmäßig mit einem leichten Anstieg seit Anfang Januar. Ursächlich für diesen Anstieg dürfte die vermehrte Berichterstattung über typische Jahresanfang-Themen sein sowie die Mautdiskussion, die der ADAC am 27. Dezember mit einer Pressemitteilung befeuerte. Hinzu kam die Vorberichterstattung zur Preisverleihung „Gelber Engel“ inklusive Nominierung von Michael Schumacher. Am 14. Januar berichtete die Süddeutsche Zeitung dann erstmals über Unregelmäßigkeiten bei der Stimmauszählung. Die Suchanfragen häuften sich – ein Peak gab es am 20. Januar nach der Eingeständnis-Pressekonferenz von ADAC-Geschäftsführer Karl Obermair. Google gibt die Häufigkeit von Such-Anfragen nur relativ an. Der Spitzentag 20. Januar markiert dabei das Maximum mit einem Indexwert von 100.

90-Tage Graph der Google-Anfragen zum Suchbegriff "ADAC" (Quelle: Google)

90-Tage Graph der Google-Anfragen zum Suchbegriff „ADAC“ (Quelle: Google)

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ADAC wird sturmreif geschossen

Nach dem Skandal um die gefälschte Abstimmung zum Publikumspreis „Gelber Engel“ erleben wir gerade in Echtzeit, wie die gesammelte Medienmacht der einschlägigen Investigativmagazine schwere Geschütze gegen den ADAC in Stellung bringt. Heute berichten Stern.de und Spiegel Online, über von Vereinspräsident Peter Meyer dienstlich genutzte Rettungshubschrauber. Auch die Frage des Abrechnungsbetruges für die Hubschraubereinsätze steht dabei im Raum.

ADAC-Hubschrauber im EInsatz

ADAC-Hubschrauber im Einsatz

Damit hat der ADAC die Stufe Drei der klassischen Kommunikationskrise erreicht. Nach dem Leugnen der ersten Vorfälle inklusive Beschimpfung der Medien und dem anschließenden Eingeständnis mit Entschuldigung folgen nun das Nachdrehen und die tiefergehende Recherche. Das weckt Erinnerungen an den Fall Christian Wulff.

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Der Gefallene Engel – die Angst des ADAC vor dem Crash-Test

Nachdem der Skandal um die gefälschte Abstimmung zum „Gelben Engel“ den ADAC in seine bisher schwerste Vertrauenskrise geführt hat, ist in der Club-Zentrale an der Münchner Hansastraße nun Zeit für einen ersten Blick nach vorn.

Besonders interessant ist dabei die Frage nach der Zukunft des Preises selbst. Während ADAC-Geschäftsführer Karl Obermair im Interview mit Spiegel Online noch zurückhaltend bleibt („Momentan steht alles auf dem Prüfstand.“) findet ADAC-Präsident Peter Meyer bereits deutlichere Worte. Gegenüber dem Branchenblatt Automobilwoche erklärte er den Preis zum Totalschaden, der keine Zukunft hat. Das ist schade.

ADAC Gelber Engel bei erster Hilfe (1950er-Jahre).

ADAC Gelber Engel bei erster Hilfe (1950er-Jahre).

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Die ärgerlichen 72 Stunden – der ADAC in der Wurstfalle

Im Interview mit Spiegel Online nimmt ADAC-Geschäftsführer Karl Obermair Stellung zu den Vorwürfen rund um den Gelber-Engel-Skandal. Die Antworten sind natürlich erkennbar mit der Unternehmenskommunikation und der Rechtsabteilung abgestimmt und vorformuliert. Das ist auch nachvollziehbar. Immerhin kämpft der Verein um seine Glaubwürdigkeit. Da muss jedes Wort sitzen.

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Die Krisenkommunikation des ADAC im Schnell-Check

Die Situation:

Aktuell erlebt der ADAC ein ungewohntes Szenario. Bisher verlief die Außenkommunikation von Deutschlands größtem Verein bis auf wenige Ausnahmen krisenfrei:  2011 hatte die Süddeutsche Zeitung über Wanzen beim ADAC berichtet. 2013 hatte Club-Präsident Peter Meyer mit seiner Forderung, lieber die Mineralölsteuer als die KFZ-Steuer zu erhöhen einen kleinen Shitstorm ausgelöst und sich eine unschöne Fan-Seite auf Facebook eingefangen.

Gelber Engel - die ADAC-Trophäe verliert an Wert

Gelber Engel – die ADAC-Trophäe verliert an Wert

Zugelernt hat der Automobilclub bei den Themen Umweltschutz und Nachhaltigkeit und ist dabei von früheren Extrem-Positionen („alle Alleebäume abholzen“) abgerückt. Damit konnte der ADAC gerade beim jüngeren, großstädtischen Publikum Terrain zurückgewinnen.

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Der ADAC im Shitstorm: Wir sind alle nur Klickvieh!

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Da steht er nun wie ein begossener Pudel: Deutschland mit Abstand beliebtester Verein. Der Automobilclub, der uns nachts bei strömendem Regen mit seinen Gelben Engeln vom Pannenstreifen holt, der uns mit dem Hubschrauber in die Heimat fliegt, wenn uns irgendwo im Urlaub der Magen zwickt. Und der, so die heimliche Hoffnung der meisten seiner Mitglieder, auch dafür sorgen kann, dass die Mineralölsteuer nicht steigt und Autofahren nicht nur die größte Leidenschaft der Deutschen, sondern auch eine bezahlbare bleibt.

Jener mit 19 Millionen zweitgrößte Automobilclub der Welt, der mit seiner „Motorwelt“, dem Fachblatt für Treppenliftanzeigen und authentische Leserfragen („Was ist die Höhenkontrolle im Hamburger Elbtunnel und warum lösen die Verantwortlichen sie immer im Berufsverkehr aus?“) auch Deutschlands auflagenstärkste Zeitschrift herausgibt. Jener Club also, von dem nicht wenige dachten, er könne Wein in Benzin verwandeln. Jener ADAC – hat gelogen.

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