Die Empörungsgesellschaft: Angst als Geschäftsmodell

Kaum ein Thema hat in den letzten Wochen die öffentliche Debatte so angefeuert, wie die Entscheidung der Europäischen Union (EU), den Einsatz des Totalherbizids Glyphosat für weitere fünf Jahre freizugeben. Immerhin steht das unter dem Namen „Roundup“ auch unter Gartenbesitzern beliebte Unkrautbekämpfungsmittel nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO im Verdacht „wahrscheinlich krebserregend“ zu sein.

Unkrautvernichtungsmittel „Round-Up“ Quelle: Pressefoto Naturschutzbund NABU.

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter sprach daher von einem „unverantwortlichen Persilschein“ seitens der EU. Karin Binder von der Linkspartei mahnte mit Blick auf die Landwirtschaft: „Glyphosat schützt Profite statt Verbraucher“. Die Umweltschutzorganisation BUND beklagte, dass deutsche Behörden „die notwendige kritische Distanz zu den Pestizidherstellern vermissen“ ließen. Immerhin seien rund 70 Prozent der Deutschen, so zitiert der BUND eine nicht näher benannte Erhebung, für ein Verbot des Herbizids. Der bayerische Liedermacher Hans Söllner forderte gar via BILD-Zeitung „ein Berufsverbot für Bauern und Landwirte, die dieses Gift einsetzen“.

Liedermacher Hans Soellner fordert Berufsverbot für viele Landwirte. (Foto: Foto: Stefan Brending / Lizenz: Creative Commons CC-BY-SA-3.0 de)

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