Wie man sich am besten selbst lächerlich macht …

Vor einigen Wochen hatte ich hier im Blog einen Beitrag über einen Behörden-Pressesprecher verfasst, der durch sein Auftreten bei einem Interview seinem Arbeitgeber einen schlechten Dienst erwiesen hat. Die Aufgabe eines Pressesprechers ist es, auch unpopuläre Entscheidungen der Öffentlichkeit zu vermitteln und dabei Hintergründe zu erklären, damit andere Menschen diese Entscheidung besser einordnen und sich dann ein Urteil dazu bilden können.

Barack Obama im Gespräch: Der richtige Aufzug ist das halbe Interview. Quelle: Wiki Commons.

Muss auch manchmal unbequeme Interviews geben: US-Präsident Barack Obama. Quelle: Wiki Commons.

Das ist nicht immer einfach – insbesondere dann, wenn man diese Entscheidung in einem Satire-Beitrag vermitteln muss, der nur dazu gedacht ist, genau diese Entscheidung durch den Kakao zu ziehen. Meist ist der Beitrag schon in seinen Grundzügen vorformuliert, bevor man als Pressesprecher überhaupt Gelegenheit hat, die ersten Fakten darzulegen. Deshalb entscheiden sich manche Sprecher, bei Interview-Anfragen von Satire-Formaten gar nicht erst vor die Kamera zu treten. Wenn sie es doch tun, überlegen sie sich vorher ganz genau, was sie im Beitrag sagen und wie sie das tun. Jedenfalls sollte es so sein.

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Was zu einer angemessenen Entschuldigung gehört … Westfalen-Blatt im doppelten Shitstorm

Kolumne Westfalen-Blatt

Wie das Westfalen-Blatt mal ganz kurz ganz relevant wurde.

In diesen Tagen bewegt die missglückte Entschuldigung einer regionalen Anzeigenzeitung Medienöffentlichkeit und Online Community. Zum Hintergrund: Die Diplom-Soziologin und Kolumnistin Barbara Eggert hatte im Anzeigenblatt „OWL am Sonntag“ einem Leserbriefschreiber nahegelegt, seine 6- und 8-jährigen Töchter nicht zur anstehenden Verpartnerung seines homosexuellen Bruders mitzunehmen, da dies die Mädchen „durcheinander bringen“ würde. „OWL am Sonntag“ erscheint in der Verlagsgruppe Westfalen-Blatt, die die gleichnamige zweitgrößte Regionalzeitung in Ostwestfalen-Lippe herausgibt. Über ihr Einzugsgebiet hinaus ist die Zeitungsgruppe vor allem dafür bekannt, dass sie Ende 2014 ein Interview mit dem AfD-Vorsitzenden Bernd Lucke als Lückentext veröffentlichte, nachdem dieser einzelne Passagen davon nicht freigegeben hatte. Außerdem wird gerne darauf verwiesen, dass Bild-Chefredakteur Kai Diekmann seine ersten (und wie mancher süffisant hinzufügt: einzigen) journalistischen Sporen dort sammelte.

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