Machtkampf beim ADAC

ADAC-Präsident Peter MeyerADAC-Geschäftsführer Karl Obermair

 Das Duell: Meyer gegen Obermair

In der nunmehr vierte Krisenwoche beim ADAC zeigt die Krisenkommunikation des Clubs erste Risse und lässt einen Machtkampf zwischen Vereinspräsident Peter Meyer und Geschäftsführer Karl Obermair immer offensichtlicher werden: Erkennbar wird der Dissens in den Interviews, die beide wechselseitig geben und nicht miteinander absprechen. Schon auf der Krisenpressekonferenz am 20. Januar musste Obermair allein den Kopf hinhalten. Vertreter des Club-Präsidiums waren auf dem Podium nicht anwesend, als Obermair die Manipulationen zum Gelben Engel einräumen musste:

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Tipps für den Fernsehauftritt

So, heute an dieser Stelle keine Diskussion über Unternehmenskrisen, sondern ein paar Tipps für alle, die im Fernsehen sprechen müssen oder wollen. Im Kapitel Fehler, Fallen und Pannen beim Fernsehinterview geht’s um die vielen kleinen und großen Probleme, die Ihr Interview in einen Alptraum verwandeln können. Mit etwas Vorbereitung lassen sich die meisten dieser Probleme wirksam vermeiden.

Solarindustrie – eine Branche in der Krise

Kaum eine Branche hat in den letzten Jahren einen so kometenhaften Aufstieg erlebt und steht jetzt vor einem so tiefen Fall wie die Solarindustrie. Die Insolvenzen von Conergy und Prokon und die im letzten Jahr gerade noch abgewendete Pleite von Solarworld stehen für eine tiefe Strukturkrise einer noch jungen Branche.

Noch vor zehn Jahren sagte die Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft e.V. (USV) voraus, dass bis zum Jahr 2010 rund 100.000 Menschen in Deutschland in der Solarindustrie arbeiten könnten. Nach den jüngsten Entlassungen sind es aktuell weniger als 5.000 Beschäftigte. Das jedenfalls vermeldet die Frankfurter Allgemeine Zeitung unter Berufung auf noch unveröffentlichte Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Zum Vergleich: Das sind gerade mal doppelt so viele Beschäftigte, wie es Hufschmiede in Deutschland gibt. Und das wenig beachtete Schaustellergewerbe, das anders als die Solarbranche ganz ohne staatliche Subventionen auskommen muss, bietet in Deutschland derzeit rund 45.000 Vollzeitarbeitsplätze, also etwa zehnmal mehr.

Gerechtigkeitsdilemma: Solar-Förderprogramme speziell für Hausbesitzer sorgen für Unmut bei Mietern

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In den Wulff-Modus geschaltet – Pannenserie beim ADAC geht weiter

Auch in der mittlerweile dritten Skandalwoche kommt der ADAC aus seiner selbst verursachten Pannenserie nicht heraus. Der milliardenschwere Automobilclub tritt in der Öffentlichkeit wie eine inhabergeführte Schrauberbude auf und zeigt reichlich Nerven. Nachdem Ferdinand Dudenhöffer, Vorzeige-Autoexperte aus Funk und Fernsehen bereits die Zerschlagung des Clubs gefordert hatte, verwies ADAC-Präsident Peter Meyer als Antwort hierauf beleidigt auf die stattlichen Honorare, die Dudenhöffer in der Vergangenheit vom Club erhalten hatte. Auch ein umstrittener Rettungshubschrauer-Flug mit dem Automobilexperten zu einem Vortragstermin kam bei dieser Gelegenheit ans Licht.

Symbolfoto: ADAC-Ausweichsimulation mit Wildschweinrotte

Symbolfoto: ADAC-Ausweichsimulation mit Wildschweinrotte

Überraschend hingegen die neue Bescheidenheit des ADAC bei der öffentlichen Themensetzung. Hatte der Club bisher zu fast jedem Verkehrsthema von der Autobahnmaut bis zu den Kältemitteln in Klimaanlagen eine dezidierte Meinung per Pressemitteilung in die Diskussion geworfen, gelobt Meyer nun eine neue und bisher ungewohnte Zurückhaltung. Häufigeres Schweigen ist das Gebot der Stunde.

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ADAC wird sturmreif geschossen

Nach dem Skandal um die gefälschte Abstimmung zum Publikumspreis „Gelber Engel“ erleben wir gerade in Echtzeit, wie die gesammelte Medienmacht der einschlägigen Investigativmagazine schwere Geschütze gegen den ADAC in Stellung bringt. Heute berichten Stern.de und Spiegel Online, über von Vereinspräsident Peter Meyer dienstlich genutzte Rettungshubschrauber. Auch die Frage des Abrechnungsbetruges für die Hubschraubereinsätze steht dabei im Raum.

ADAC-Hubschrauber im EInsatz

ADAC-Hubschrauber im Einsatz

Damit hat der ADAC die Stufe Drei der klassischen Kommunikationskrise erreicht. Nach dem Leugnen der ersten Vorfälle inklusive Beschimpfung der Medien und dem anschließenden Eingeständnis mit Entschuldigung folgen nun das Nachdrehen und die tiefergehende Recherche. Das weckt Erinnerungen an den Fall Christian Wulff.

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